Mann entnimmt Wasserprobe an einer Brunnenstation in der Natur

Medikamentenrückstände

Medikamente sind in der Umwelt und im Trinkwasser grundsätzlich unerwünscht. Es gilt als erstes und wichtigstes Ziel, die Reduzierung des Arzneimitteleintrags in Gewässer und Umwelt anzustreben. Hierzu kann der Verbraucher durch umsichtige Einnahme und richtige Entsorgung von Medikamenten einen großen Beitrag leisten.

©DVGW. Foto: Konzept und Bild/Cathrin Bach

Rückstände von Arzneimitteln

Funde von Arzneimitteln oder Arzneimittelrückständen in Trinkwässern sind die Ausnahme

Arzneimittel sind für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit von Mensch und Tier unverzichtbar. Derzeit sind in Deutschland rund 3 000 unterschiedliche Wirkstoffe in über 9 000 Präparaten im human- und veterinärmedizinischen Bereich zugelassen. Die Arzneimittel werden im Entwicklungs- und Zulassungsverfahren umfassend toxikologisch bewertet. Mit den heute verfügbaren, hochempfindlichen Analysensystemen sind sie jedoch in extrem niedrigen Konzentrationen in der Umwelt nachzuweisen.

Die Konzentrationen, die von Arzneimittelrückständen in Gewässern nachgewiesen werden, sind sehr gering und nach heutigem Kenntnisstand unbedenklich für den Menschen. Funde von Arzneimitteln oder Arzneimittelrückständen in Trinkwässern sind die Ausnahme. Eine Wirkung von extrem niedrigen Konzentrationen von Arzneimittelrückständen im Trinkwasser ist nicht nachweisbar, da sie weit unterhalb der therapeutischen Dosen liegen.

Aufgrund der demografischen Entwicklung steigt der Arzneimittelverbrauch an. Zudem sind Arzneimittel in der Umwelt und im Trinkwasser grundsätzlich unerwünscht, so dass als erstes und wichtigstes Ziel die Reduzierung des Arzneimitteleintrags in Gewässer und Umwelt angestrebt wird. Hierzu kann auch der Verbraucher durch einsichtige Einnahme und richtige Entsorgung von Medikamenten einen großen Beitrag leisten.

Arzneimittelrückstände im Wasserkreislauf
Die DVGW-Information Wasser Nr. 54 enthält Hintergründe zu Vorkommen und Einträgen von Arzneimittelwirkstoffen in den Wasserkreislauf. Sie geht auf Befunde und Konzentrationen ein und bewertet das Vorkommen von Arzneimittelrückständen im Wasserkreislauf. Zudem benennt sie Maßnahmen zur Verhinderung des Eintrags von Arzneimitteln und deren Rückständen.
Weitere Informationen zum Thema

Dieter, H. H. und Mückter, H.: Regulatorische, gesundheitliche und ästhetische Bewertung sogenannter Spurenstoffe im Trinkwasser unter besonderer Berücksichtigung von Arzneimitteln. Aufsatz in: Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 2007 50, S. 322-331. Zu beziehen über www.bundesgesundheitsblatt.de

DWA-Themen "Anthropogene Spurenstoffe im Wasserkreislauf - Arzneistoffe“ Mai 2008. Zu beziehen über kundenzentrum@dwa.de