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Warum sauberes Trinkwasser und dessen Schutz so wichtig sind

Cholera, Ruhr und Co: Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, warum die Technischen Regeln für sauberes Trinkwasser eingehalten werden sollten

Trinkwasserhygiene; © Foto: CC0-Lizenz
Schutz des Trinkwassers

Um das Trinkwasser vor schädlichen Einflüssen zu schützen, ist die Wahl der richtigen Absicherung notwendig. Insbesondere die Verhinderung von Kontaminationen mit Bakterien oder Parasiten ist dabei besonders wichtig. Absicherungen sind u. a. erforderlich, wenn z. B. Heizungsanlagen, Waschmaschinen, andere Geräte oder die Gartenbewässerung an die Trinkwasserversorgung angeschlossen werden.

Die Trinkwasserverordnung fordert in § 17 Absatz 6 zum Schutz der Trinkwasserversorgung vor Verunreinigungen, dass Trinkwassersysteme nicht mit Systemen mit Wasser unbekannter Herkunft (Nichttrinkwasser) verbunden werden dürfen. Es müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechende Sicherungseinrichtungen verwendet werden, um ein Rückfließen von Nichttrinkwasser in die Trinkwasserversorgung und damit eine Verunreinigung des Trinkwassers zu verhindern.

Es werden heute eine Vielzahl von Geräte und Anlagen angeboten, die zu einer nachträglichen Behandlung des Trinkwasser bzw. Verbesserung der Trinkwasserqualität eingesetzt werden. Aus gesundheitlicher Sicht ist eine Behandlung des Trinkwassers in der Trinkwasser-Installation grundsätzlich nicht erforderlich. Aus technischer Sicht und aus Komfortgründen kann aber eine Wasserbehandlung ggf. sinnvoll sein, z.B. bei einem sehr hohen Härtegrad des Trinkwassers. In jedem Fall sind nur solche Geräte und Anlagen einzusetzen, die hygienisch sicher, der Trinkwasserverordnung (insbesondere den §§ 11 und 17 TrinkwV) entsprechen und korrekt abgesichert sind. Eine regelmäßige fachgerechte Wartung ist Voraussetzung für den Einsatz dieser Geräte.

Der DVGW hat zwei Diskurse zum Thema Absicherung mit Fachexperten, Hygienikern, Ärzten und Mikrobiologen durchgeführt. Die Ergebnisse des Diskurses zur Absicherung der Trinkwasserversorgung gegenüber den Einflüssen aus Löschwasseranlagen sind in einem Zeitschriften-Artikel zusammengefasst worden. Die Ergebnisse des Diskurses zur hygienische Absicherung des Trinkwassers – freier Auslauf (DIN EN 1717) sowie Hinweise zu wissenschaftlichen Bestimmung der hygienischen Sicherheit finden Sie im Positionspapier.
Trinkwasserhygiene

Was versteht man unter Hygiene in der Trinkwasser-Installation?

Hygiene ist die Lehre von der Verhütung von Krankheiten und befasst sich mit der Gesunderhaltung des Menschen. Umgangssprachlich wird Hygiene häufig mit dem Begriff Sauberkeit gleichgesetzt. Unter den Begriff Hygiene fallen auch Maßnahmen, die der Gesundheit abträgliche Faktoren verhindern oder minimieren. Für den Bereich Trinkwasser-Installation bedeutet dies, dass die Planung, der Bau und der Betrieb so zu erfolgen haben, dass Krankheiten durch die Trinkwasserinstallation nicht verursacht werden.

Ein Blick in die Geschichte verdeutlicht den Stellenwert der Trinkwasserhygiene. Im Jahr 1892 brach in Hamburg eine der schwersten Cholera-Epidemien in Deutschland aus, die zu weit über 8000 Toten führte. Schon damals wusste man, unter anderem durch die Forschungen von Robert Koch, um die Zusammenhänge zwischen nicht oder nur schlecht aufbereitetem Trinkwasser, fehlender oder schlechter Abwasserentsorgung und Krankheitserregern.

Ausbau von Wasseraufbereitungen um 1900

Diese Cholera-Epidemie und die fortschreitende Erkenntnis über die Zusammenhänge zwischen Hygiene und Gesundheit förderten den beschleunigten Ausbau von Wasseraufbereitungen, z.B. mittels Sandfiltration. So entstand 1906 die „Anleitung für die Einrichtung, den Betrieb und die Überwachung öffentlicher Wasserversorgungsanlagen, welche nicht ausschließlich technischen Zwecken dienen“, die am 16. Juni 1906 vom Bundesrat veröffentlicht wurde. Sie wurde durch die damalige Landesanstalt Wasser, Boden, Luft unter Mitarbeit des DVGW erarbeitet.

Es wurden verschiedene Schutzmaßnahmen für das Trinkwasser entwickelt, um auch bei einer sich stetig vergrößernden Bevölkerung und damit einhergehender Verstädterung die Krankheitsgefahren abwenden zu können. Auf Seiten des Rohwasserschutzes wurde das Multibarrierensystem eingeführt. Die Wasseraufbereitung wurde je nach Rohwasserquelle ausgebaut und angepasst. Ebenso wurden die Bereiche Wasserverteilung und Hausinstallation ertüchtigt.

Technische Regeln für die kontinuierliche Bereitstellung von Trinkwasser

Für alle diese Bereiche wurden aus den Forschungsergebnissen technische Regeln erstellt, die eine zuverlässige und kontinuierliche Bereitstellung von Trinkwasser erlaubten und erlauben. So wurde 1930 die DIN 1988 Technische Regeln des DVGW als „Technische Vorschriften für Bau und Betrieb von Grundstücksbewässerungsanlagen“ später „Technische Regeln für die Trinkwasser-Installation (TRWI)“ zum ersten Mal veröffentlicht.

Mittlerweile ist sie mehrfach überarbeitet worden und teilweise durch europäische Normen ersetzt worden. Sie gilt für die Planung, die Errichtung, die Änderung, die Instandhaltung und den Betrieb von Trinkwasseranlagen in Grundstücken und Gebäuden. Die meisten Vorkommnisse (heute ebenso wie früher), die zu einer Kontamination des Trinkwassers beim Transport und in der Trinkwasser-Installation führen, resultieren aus dem Nichteinhalten der Technischen Regeln.

Mikroorganismen in der Trinkwasser-Installation

In der Trinkwasser-Installation können einige Mikroorganismen Probleme bereiten. Dies sind insbesondere:

  • Legionellen
  • Pseudomonas aeruginosa
  • E. coli/Coliforme
  • Pilze
Weitere Informationen

Zur Ultrafiltration in Trinkwasser-Installationen beachten Sie bitte auch den entsprechenden Abschnitt auf unserer Webseite zur Trinkwasser-Installation

Einzelheiten zum TRWI-Kompendium und -Kommentar, zu rechtlichen Aspekten, Technischen Regeln und mehr

Ihre Ansprechpartnerin
für fachliche Fragen zur Hygiene
Dr. Karin Gerhardy
Hauptgeschäftsstelle / Wasserversorgung

Telefon+49 228 91 88-653