01. Dezember 2025
Projektlaufzeit: 12.2025 - 5.2026
Projektstatus: abgeschlossen
Förderkennzeichen: G 202546
Projekt im Rahmen des DVGW-Innovationsprogramms Wasserstoff
Der Markt für Rechenzentren in Deutschland wächst weiterhin dynamisch. Die installierte Kapazität ist im Jahr 2025 auf rund 3 GW angestiegen, wobei sich das Wachstum räumlich stark auf Ballungsräume wie Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, München und das Ruhrgebiet konzentriert. Parallel dazu verschärfen steigende Netzanschlussanfragen die Herausforderungen in der Stromversorgung, wodurch Rechenzentren zunehmend zu einem kritischen Faktor der Energieinfrastruktur werden. Vor diesem Hintergrund untersuchte die Kurzstudie Rechenzentren in Deutschland die systemintegrative Verortung der Zentren in der Bundesrepublik und analysiert die räumliche Nähe zur Gasinfrastruktur, Kraftwerken sowie Wärmenetzen.
Das theoretische Abwärmepotenzial aller derzeit betriebenen Rechenzentren beträgt rund 15 TWh pro Jahr. Dies entspricht etwa 3 % des Wärmebedarfs privater Haushalte. 71 % der Rechenzentren befinden sich in Gemeinden mit vorhandenem Wärmenetz; was prinzipiell eine Abwärmenutzung erleichtert.
Für das Jahr 2030 wird eine Gesamtleistung von rund 9,5 GW prognostiziert, was einer Verdopplung im Vergleich zu heute entspricht. Die Abwärmemenge könnte auf 39 TWh steigen. Bis 2045 ist von einer weiteren deutlichen Ausweitung der potenziellen Rechenzentrumskapazitäten auf etwa 24,5 GW auszugehen, verbunden mit potenziellen Abwärmemengen von rund 89 TWh pro Jahr. Rechenzentren werden damit zunehmend zu einer bedeutenden Größe sowohl im Strom‑ als auch im Wärmesystem.
Die Datengrundlage bildet ein aufbereiteter Datensatz von 443 Rechenzentren, welcher den kommerziellen Colocation- und Hyperscale-Markt abbildet. Der Großteil der Datenzentren befindet sich bereits im Betrieb, nur knapp 10% befinden sich noch in Planung bzw. Bau. Fehlende Leistungsangaben wurden methodisch ergänzt, sodass sich eine aktuelle bundesweite Gesamtleistung von etwa 4,5 GW ergibt (PUE = 1,46).
Die Analyse der Nähe zur Gasinfrastruktur zeigte, dass der Großteil der Rechenzentren mehr als 1 km vom Erdgasfernleitungsnetz sowie vom geplanten Wasserstoffkernnetz entfernt liegt; 88 % bzw. 94 %. Im Gegensatz dazu sind 78 % der Standorte weniger als 1 km von einem Kraftwerk oder Blockheizkraftwerk entfernt. Der bilanzielle Deckungsgrad der Rechenzentrumsleistungen durch Kraftwerk‑ bzw. BHKW‑Leistungen ist auf Landkreisebene tendenziell hoch.
Am Projekt sind folgende Partner beteiligt:
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