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Im Wasserwerk wird an einer Wassergütestation eine Wasserprobe entnommen.

01. Juni 2021

DesiRe

Vorkommen der Desinfektionsnebenprodukte Chlorit, Chlorat und halogenierte Essigsäuren (HAA5) am Ausgang des Wasserwerks und am Zapfhahn des Verbrauchers als Folge der Reaktion mit Chlor und Chlordioxid (W 202121)
Wassergütestation zur Überwachung der Wasserqualität; © Erich Jütten
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 06.2021 - 30.11.2021

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: W 202121

Ziele und Methodik

Das Vorhaben DesiRe untersucht, ob die Überwachungsmethode von Trihalogenmethanen (THM) – wie sie in der aktuellen Trinkwasserverordnung angewendet wird – auch auf neu einzuführende Parameter übertragbar ist. Bei diesem Ansatz werden die Wasserproben nicht am Zapfhahn des Verbrauchers entnommen, sondern bereits im Wasserwerk. Dafür muss allerdings der Zusammenhang zwischen den Gehalten der Desinfektionsnebenprodukte Chlorit, Chlorat und halogenierte Essigsäuren (HAA5) am Ausgang des Wasserwerks und am Zapfhahn des Verbrauchers geklärt werden. Dies erfolgt in zwei Arbeitsschritten:

  1. Bei ausgewählten Wasserversorgern, die mit Chlor/Hypochlorit oder Chlordioxid desinfizieren, werden Proben am Ausgang des Wasserwerks und an definierten Stellen innerhalb des Verteilungsnetzes entnommen und auf Chlorit, Chlorat und HAA5 analysiert werden.
  2. Parallel zu diesen Messungen werden Laborversuche durchgeführt, in welchen die Bildung der Substanzen in Abhängigkeit von der Kontaktzeit mit dem Desinfektionsmittel und verschiedenen Randparametern wie Wasserbeschaffenheit und Dosierung der Desinfektionsmittel systematisch betrachtet wird.

Anhand einer möglichst repräsentativen Datenbasis sollen allgemeingültige Aussagen abgeleitet werden, die eine belastbare gesetzliche Regelung erlauben. Die Ergebnisse werden mit vorangegangenen Forschungsvorhaben zusammengeführt, um den Zusammenhang zwischen den Nebenproduktgehalten am Ausgang des Wasserwerks und im Verteilungsnetz ganzheitlich darzustellen. Final werden daraus Zielwerte abgeleitet – also zu empfehlende Parameterwerte, die im Sinne der EU-Trinkwasserverordnung einzuhalten sind, wenn die Konzentrationen nicht am Zapfhahn, sondern am Ausgang des Wasserwerks bestimmt werden.

 

Hintergrund

Die neue EU-Trinkwasserrichtlinie enthält eine Reihe von neuen chemischen Parametern, die bislang nicht regelmäßig überwacht wurden. Dazu gehören auch die Desinfektionsnebenprodukte Chlorit und Chlorat sowie fünf halogenierte Essigsäuren (HAA5), die bei der Desinfektion von Trinkwasser mit Chlor, Hypochlorit oder Chlordioxid entstehen können. 

Die Konzentrationen sollen idealerweise am Zapfhahn beim Verbraucher analysiert und mit festgesetzten Parameterwerten abgeglichen werden. Falls keine nachteilige Veränderung während der Verteilung des Trinkwassers stattfindet, ist allerdings auch eine Probenahme am Ausgang des Wasserwerks zulässig. Diese Art der Beprobung ist für andere Parameter wie die Trihalogenmethane (THM) bereits gängige Praxis und für die Überwachung der neu einzuführenden Parameter könnte eine gemeinsame Beprobung erfolgen. Dies würde den Aufwand für die Probenahme reduzieren und die Interpretation der Analyseergebnisse erleichtern.

Für diese Vorgehensweise muss allerdings zuerst der Zusammenhang zwischen den Gehalten an Chlorit, Chlorat und HAA5 am Ausgang des Wasserwerks und an verschiedenen Stellen des Verteilungsnetzes wissenschaftlich fundiert untersucht werden. Genau das ist Gegenstand des Vorhabens DesiRe. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind vor allem aufgrund der anstehenden Umsetzung der EU-Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht von Bedeutung.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-727
Forschung zum Thema Wasseraufbereitung und Stoffe