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01. November 2017

Zustand von Asbestzement-Rohren

Entwicklung eines Konzepts zur Bewertung von Zustand und Restnutzungsdauer von Asbestzement-Rohren in der Trinkwasserverteilung in Abhängigkeit von den relevanten Einflussfaktoren der Zustandsverschlechterung (W 201721)
Asbest-Zementrohr; © DVGW; Foto: Thiele
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 11.2017 - 10.2020

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: W 201721

Ziele und Methodik

Um die Instandhaltung von Rohren aus Asbestzement zu optimieren, soll im Rahmen von AZ-ZAR der aktuelle technische Zustand dieser Leitungen, mögliche Ursachen für Schäden und Korrosion sowie Maßnahmen zur Instandhaltung bewertet werden. Anhand von korrosionschemischen und werkstoffspezifischen Untersu­chungen an ausgebauten Rohrproben wird eine Methodik entwickelt, die den Zustand der Rohre messtechnisch erfasst. Diese bildet die Basis für eine Prognose der Restnutzungsdauer und die Ableitung von Konzepten zur Instandhaltung.

Die Ergebnisse und wichtigsten Konzepte werden in einem Leitfaden zusammengefasst. Dieser soll die Wasserversorger vor Ort dabei unterstützen, den momentanen Zustand der Asbestzement-Rohre zu bewerten. Aufnahmen von Schadensbilder und eine Datenbank mit für Asbestzement typischen Schäden sollen die Möglichkeit bieten, Schadensursachen abzuleiten, die  Restnutzungsdauer abzuschätzen und die entsprechende Instandhaltung einzuleiten. Weiterhin wird ein Monitoring- und Bewertungskonzepts zum Umgang mit Asbestfasern im Trinkwasser erarbeitet und den Versorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt.

 

Hintergrund

Rohre aus Asbestzement wurden über Jahrzehnte im Wasserleitungsnetz in Deutschland verlegt. Seit 1995 dürfen diese nicht mehr hergestellt, vertrieben und verbaut werden. Der Weiterbetrieb verlegter Rohre ist noch zulässig, da davon ausgegangen wird, dass beim Kontakt mit Trinkwasser keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher besteht. Laut Herstellern haben diese Rohre eine Lebensdauer von 60 bis 70 Jahren, sodass spätestens bis zum Jahr 2050 alle Rohrleitungen im Rahmen der Instandhaltung ersetzt sein sollten.

Zur Zeit bestehen etwa 10 bis 15 Prozent der Rohrleitungen in Deutschland noch aus Asbestzement. Für die betroffenen Wasserversorger ist es jedoch schwierig, die Erneuerung angemessen zu planen. Denn aktuell liegen zu diesem Rohrwerkstoff nicht genügend statistische Daten zu Bestand, Schadensfällen und technischem Zustand vor. Weiterhin fehlen Konzepte für die Prüfung, Überwachung und Beurteilung dieser Rohre. Um diese Lücke zu schließen, werden im Rahmen des Projekts Zustand von Asbestzement-Rohren (kurz: AZ-ZAR) diese Informationen erhoben und ein Konzept zur Instandhaltung der betroffenen Leitungsnetze erarbeitet.

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-727
Forschung zum Thema Netzbetrieb Wasser