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Druckfilteranlage mit roten, gelben und blauen Rohren und Ventilen

01. Juni 2020

Alu-Carbon

Freisetzung von Aluminium und Spurenmetallen bei Inbetriebnahme von Aktivkohlefiltern – Festlegung von Reinheitsanforderungen an Aktivkohlen (W 202002)
Druckfilteranlage in der Trinkwasseraufbereitung; © Erich Jütten
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 06.2020 - 05.2022

Projektstatus: laufend

Förderkennzeichen: W 202002

Ziele und Methodik

Im Rahmen von AluCarbon wird die Abgabe von Aluminium und Spurenmetallen an den handelsüblichen Aktivkohlen sowie Reaktivaten aus verschiedenen Wasseraufbereitungsanlagen ermittelt. Ziel der Analysen ist, eine Testmethode zu entwickeln, die eine standortunabhängige Bewertung der Reinheit von Aktivkohlen zulässt. Hierfür wird die derzeit nach DIN EN 12915-1 anzuwendende Testmethode entsprechend verändert und angepasst. Auf Basis der gewonnen Daten sollen die Reinheit von Aktivkohlen bewertet und geeignete Grenzwerte für die abgegebenen Substanzen im Wasser festgelegt werden. Parallel dazu wird ein Schnelltest für die Ermittlung der Reinheit von Aktivkohlen entwickelt. Weiterhin werden orientierende Untersuchungen zur Abgabe von Aluminium von Pulveraktivkohlen durchgeführt.

Anhand der Ergebnisse soll entschieden werden, ob die Festlegung eines Grenzwertes für Aluminium zielführend ist oder Handlungsempfehlungen für die Inbetriebnahme von Aktivkohlefiltern anzupassen sind. Neben Aluminium werden auch für die derzeit reglementierten Spurenmetalle derartige Aussagen abgeleitet. Das Ergebnis soll in die entsprechenden DIN-Normen und DVGW-Regelwerke überführt werden.

 

Hintergrund

Bei der Aufbereitung von Trinkwasser kommen häufig Aktivkohlefilter zum Einsatz. Diese werden üblicherweise aus Holz, Torf, Nussschalen, Braunkohle, Steinkohle und verschiedenen Polymeren hergestellt. In Deutschland werden am häufigsten Aktivkohlen auf Steinkohlebasis eingesetzt. Diese enthalten Aluminium und andere Metalle, die ins Filtrat gelangen können. Eine Reinheitsanforderung an Aktivkohlen hinsichtlich der Aluminiumabgabe existiert derzeit nicht – und inwieweit sich die Höhe der Aluminiumfreisetzung bei den zahlreichen Aktivkohleprodukten unterscheidet, beispielsweise nach geographischer Herkunft oder Herstellungsverfahren, ist nicht bekannt.

Im Forschungsvorhaben AluCarbon wird die Metallabgabe handelsüblicher granulierter Aktivkohlen untersucht und geprüft, inwieweit dies auch für Pulveraktivkohlen relevant ist. Hierfür wird eine geeignete Testmethode entwickelt, die für Aluminium und für die bereits reglementierten Spurenmetalle wie Arsen, Antimon oder Nickel standortunabhängige Ergebnisse liefert. In der Norm DIN EN 12902 ist hierfür zwar eine Testmethode festgelegt. Diese liefert aber abhängig von der Beschaffenheit des Leitungswassers im Untersuchungslabor unterschiedliche Ergebnisse. Die Testmethode sollte daher so modifiziert werden, dass eine einheitliche Bewertung der Reinheit von granulierten Aktivkohlen möglich ist.  

Anhand der Ergebnisse werden entweder Grenzwerte von Aktivkohlen für Aluminium und Spurenmetalle vorgeschlagen oder eine Handlungsempfehlung für Wasserversorgungsunternehmen bei Inbetriebnahme von Aktivkohlefiltern abgeleitet. Das Ergebnis soll in die entsprechenden DIN-Normen und DVGW-Regelwerke überführt werden.

 

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an folgenden Ansprechpartner
Dr. Mathis Keller
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement

Telefon+49 228 91 88-727
Forschung zum Thema Wasseraufbereitung