01. April 2026
Projektlaufzeit: 04.2026 - 09.2027
Projektstatus: laufend
Förderkennzeichen: G 202536
Der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur erfordert gesichertes Wissen für das Medium Wasserstoff und angepasste Standards. Das Spülen und Inertisieren wird in der Wasserstoffwirtschaft einen elementaren Betriebsprozess einnehmen. Das Vorgehen, wie teilweise in der Erdgaswirtschaft üblich, Leitungen direkt mit Umgebungsluft zu spülen, kann aus Sicherheitsgründen nicht mehr angewendet werden. Somit ist eine wissenschaftlich-technische Vertiefung der Vorgehensweisen zum Spülen und Inertisierung für den Betrieb von H2-Assets unausweichlich.
Zwar lieferte das Vorläuferprojekt H2-Vent, welches sich mit der Spülung von Transportleitungen befasste, bereits erste Erkenntnisse zu Mindestspülgeschwindigkeiten und -volumina. Es bleiben jedoch wichtige weiterführende Forschungsfragen zu Mindestspülgeschwindigkeiten und zu den Spülprozessen im Verteilnetz (DN < 150) offen, die im Rahmen von H2-Vent nicht bearbeitet werden konnten. Das Projekt H2-VNetz will diese Lücke schließen und strömungsoptimierte Spülverfahren für Wasserstoff-Verteilnetze analysieren.
Ziel von H2-VNetz ist die Untersuchung von Spülvorgängen im Verteilnetz unter Einsatz validierter strömungstechnischer Modelle für die Gasinfrastruktur des Verteilnetzes, insbesondere in den Bereichen DN 25-100. Dazu sollen die minimale und maximale Strömungsgeschwindigkeit, die Spülvolumina und Spülzeit für Betreiber von Infrastrukturen auf der Verteilnetzebene ermittelt werden, mit denen im Verteilnetz Hausanschlüsse und Verteilnetzabschnitte sicher in die jeweiligen vorgesehenen Betriebsstatus überführt werden können. Hierfür wird das bereits validierte H2-Vent-Modell eingesetzt.
Die Ergebnisse finden sich in Form von Tabellen, Spül-Diagrammen, Anwendungsbeschreibungen und/oder Berechnungsvorschriften sicherheitskritischer Parameter in den einschlägigen Regelwerken wieder. Dem DVGW und seinen Mitgliedern wird wieder ein praxisoptimiertes Berechnungstool (zumindest für Rohrleitungen) übergeben, mit welchem die individuelle Spülaufgabe berechnet werden kann. Zudem werden die einschlägigen Regelwerke erweitert, so dass diese ebenfalls für das Medium Wasserstoff im Verteilnetz anwendbar sind.