Bitte auf den Obermenüpunkt klicken!

01. November 2025

PFAS-Konz C/DAF

Aufbereitung von PFAS-haltigen UO-Konzentraten mittels PerfluorAd®(Plus) - Fällung und Drucke (W 202528).
Pumpstation für Umkehrosmose; © stockadobe.com/Rangsarit
Forschungsprojekt
Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 11.2025 - 07.2026

Projektstatus: abgeschlossen

Förderkennzeichen: W 202528

 

Hintergrund

Poly- und perfluorierte Alkylverbindung (PFAS) werden aufgrund ihrer Persistenz biologisch in der Umwelt nicht abgebaut. Das hat zur Folge, dass sie in Oberflächengewässern und Grundwasserkörpern zu einer Vielzahl von Kontaminationen führen.

Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung gelten ab 2026 bzw. 2028 für PFAS neue Grenzwerte, was einerseits eine aufwändigere Aufbereitung im Wasserwerk und andererseits den Ausbau von Aufbereitungsanlagen erfordert. Dies stellt viele Wasserversorger vor große Herausforderungen.

Zur Entfernung von PFAS werden in der Trinkwasseraufbereitung in Deutschland aktuell Aktivkohlen oder dichte Membranen (Nanofiltration / Umkehrosmose) eingesetzt. Diese Verfahren trennen PFAS aus dem Wasser und konzentrieren sie im Abfallstrom (Konzentrat) der Membrananlage, der üblicherweise in ein nahegelegenes Fließgewässer abgeleitet wird. Dieses Vorgehen wird von den Umweltbehörden zunehmend kritisch bewertet, einhergehend mit der Forderung nach einer zusätzlichen Aufbereitung des Konzentrats.

Um die Technologie der Membranfiltration auch weiterhin nutzen zu können, ist es für die Trinkwasserversorgung daher essenziell, dass Aufbereitungsverfahren für Konzentrate zur Verfügung stehen. Genau hier setzte das Projekt PFAS-Konz samt dem flankierendem Kleinvorhaben PFAS-Konz C/DAF an.

 

Ziele und Methodik

Im Projekt PFAS-Konz werden die beiden Technologien „Schaumfraktionierung“ und „PFAS-bindende Fällungsmittel (PerfluorAd® und PerfluorAd® Plus) im Labormaßstab untersucht. Bei PFAS-Konz C/DAF wurde hingegen im kleintechnischen Maßstab die Anwendung von PerfluorAd® und PerfluorAd® Plus mit einer nachfolgenden Dissolved Air Flotation (DAF) zur Behandlung PFAS-belasteter Umkehrosmosekonzentrate erprobt. 

Dazu wurde ein schlüsselfertiges DAF-Modul in den Konzentratstrom der Umkehrosmoseanlage der Stadtwerke Baden-Baden implementiert. Im IWW-Labor fanden zunächst Ladungstitrations-Versuche statt, um die optimalen Dosierparameter von PerfluorAd® und PerfluorAd® Plus zu bestimmen. Weiterhin fanden auf dem Gelände der Cornelsen Umwelttechnologie in Essen Pilotversuche mit der halbtechnischen DAF-Anlage mit synthetisch hergestellten, PFAS-belasteten Wässern statt, um das hydraulische Verhalten der Flotationstechnik unter praxisnahen Bedingungen zu optimieren. So wurde sichergestellt, dass die anschließenden Untersuchungen in Baden-Baden reibungslos und zielorientiert ablaufen. Die DAF-Anlage sowie die planmäßig eingesetzten Fällmittel wurden über den Projektpartner Cornelsen Umwelttechnologie für das Projekt zur Verfügung gestellt. 

Folgende Ergebnisse können festgehalten werden:

  • Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens bestätigen das grundsätzliche Potenzial der Druckentspannungsflotation in Kombination mit PerfluorAd® zur Behandlung PFAS-belasteter Umkehrosmosekonzentrate.
  • Die höchsten Abscheideraten betrugen bis zu 92 % für die PFAS-Summe-4. Gleichzeitig wurde ein erheblicher Volumenreduktionsfaktor von bis zu 50 erreicht.
  • Für eine zukünftige Praxisanwendung erscheint die DAF insbesondere als Vorstufe innerhalb integrierter Behandlungskonzepte geeignet. Durch die Voranreicherung der PFAS kann die Belastung nachgeschalteter Aktivkohle- oder Ionenaustauscherstufen reduziert werden. Die konzentrierten Restströme können anschließend durch Verfahren wie Schaumfraktionierung oder zukünftig verfügbare PFAS-Zerstörungstechnologien weiterbehandelt werden.

Insgesamt stellt die Druckentspannungsflotation einen vielversprechenden Baustein zukünftiger PFAS-Behandlungskonzepte dar, dessen größtes Potenzial in der Voranreicherung und Volumenreduktion PFAS-belasteter Restströme liegt.

Ansprechpartner
Bei Fragen zum Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an:
Daniel Trösch
Hauptgeschäftsstelle / Technologie und Innovationsmanagement
Telefon+49 228 9188-349
Forschung zum Thema Stoffe