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Mit Hilfe modernster Lasertechnologie werden Erdgasleitungen aus der Luft auf Dichtheit überprüft.

Erdgas – mit Sicherheit

Die Gasversorgung in Deutschland ist sicher, umweltfreundlich und wirtschaftlich. Im europäischen und internationalen Vergleich belegt sie deshalb seit Jahrzehnten einen Spitzenplatz. Die höchst effizienten Sicherheitsvorschriften des DVGW gewährleisten, dass Gas zu den sichersten und akzeptiertesten Energieträgern zählt.

Mit Hilfe modernster Lasertechnologie werden Erdgasleitungen aus der Luft auf Dichtheit überprüft.; © DVGW, Roland Horn

Leistungsfähige Infrastruktur

In punkto Sicherheit und Umweltschutz belegt Deutschland im europäischen und internationalen Vergleich einen Spitzenplatz

Auf Grund seiner geografischen Lage im Herzen Europas fungiert Deutschland als Drehscheibe für die Gasversorgung und nimmt eine Schlüsselfunktion in der europäischen Gasinfrastruktur ein. Ein rund 540.000 km langes Transport- und Verteilernetz erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet und verbindet die Verbraucher direkt mit einer der wichtigsten Energiequellen. Das engmaschige Leitungsnetz gewährleistet rund um die Uhr den zuverlässigen Transport der enormen Energiemengen, die aus Pipelines aus Russland oder Norwegen, LNG-Terminals an den europäischen Küsten, unzähligen Biogas-Anlagen im ganzen Land und einer wachsenden Anzahl Power-to-Gas-Anlagen stammen. Die Technik der Gasversorgung und Gasanwendung unterliegt dabei sehr strengen gesetzlichen Regelungen. Für die konkrete Ausgestaltung dieser Vorgaben hat der Gesetzgeber den DVGW benannt, der als unabhängiger technisch-wissenschaftlicher Regelsetzer die Verantwortung für die technische Sicherheit in der öffentlichen Gasversorgung trägt. Die Unfallzahlen in Deutschland liegen seit Jahren auf einem im weltweiten Vergleich absolut niedrigen Niveau und belegen die Effizienz des ganzheitlichen Sicherheitskonzepts des DVGW.
Auf Grund seiner geografischen Lage im Herzen Europas fungiert Deutschland als Drehscheibe für die Gasversorgung und nimmt eine Schlüsselfunktion in der europäischen Gasinfrastruktur ein. Ein rund 540.000 km langes Transport- und Verteilernetz erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet und verbindet die Verbraucher direkt mit einer der wichtigsten Energiequellen. Das engmaschige Leitungsnetz gewährleistet rund um die Uhr den zuverlässigen Transport der enormen Energiemengen, die aus Pipelines aus Russland oder Norwegen, LNG-Terminals an den europäischen Küsten, unzähligen Biogas-Anlagen im ganzen Land und einer wachsenden Anzahl Power-to-Gas-Anlagen stammen. Die Technik der Gasversorgung und Gasanwendung unterliegt dabei sehr strengen gesetzlichen Regelungen. Für die konkrete Ausgestaltung dieser Vorgaben hat der Gesetzgeber den DVGW benannt, der als unabhängiger technisch-wissenschaftlicher Regelsetzer die Verantwortung für die technische Sicherheit in der öffentlichen Gasversorgung trägt. Die Unfallzahlen in Deutschland liegen seit Jahren auf einem im weltweiten Vergleich absolut niedrigen Niveau und belegen die Effizienz des ganzheitlichen Sicherheitskonzepts des DVGW.
Themenseiten zu Sicherheit

Ausführliche Informationen finden Sie auf unseren Unterseiten zum Thema Erdgas und Sicherheit

Die Gasinfrastruktur in Deutschland zählt zu den sichersten weltweit
Ein Mitarbeiter einer Verdichterstation in Oberbayern beim täglichen Kontrollgang mit Sicherheitsprüfung.
Täglicher Kontrollgang mit Sicherheitsprüfung auf einer Verdichterstation in Oberbayern. © DVGW

Erdgas gelangt über ein weitverzweigtes unterirdisches Leitungsnetz von der Quelle bis zum Hausanschluss – unsichtbar und gut geschützt im Erdreich. Zahlreiche Übergabe- und Verdichterstationen, Untertagespeicher sowie Regel- und Messanlagen liegen auf diesem Weg und sind ein wichtiger Bestandteil des Erdgasnetzes. Diese über Jahrzehnte entstandene Gasinfrastruktur ist elementar für die zuverlässige Versorgung in Deutschland und Europa mit einem der wichtigsten Energieträger – hierbei steht die Sicherheit immer im Vordergrund.

Die deutsche Gaswirtschaft sorgt für ein Höchstmaß an technischer Sicherheit, die insbesondere auf den strengen Vorschriften des DVGW-Regelwerks beruht. Auf Grund des über Jahrzehnte erreichten hohen Standards zählt die deutsche Gasinfrastruktur zu den sichersten weltweit. Im internationalen Vergleich von Schäden oder Unfällen schneidet Deutschland trotz des sehr komplexen und dichten Leitungsnetzes, das aneinandergelegt ca. 13 Mal um die Erde reichen würde, mit Bestwerten ab.

Über die gesamte Prozesskette der Gasversorgung von der Planung, dem Bau bis zum Betrieb hat der Schutz von Mensch und Umwelt oberste Priorität. Dies spiegelt sich deutlich im ganzheitlichen Sicherheitskonzept des DVGW wieder, das neben den strengen Regeln auch die Qualifizierung und Zertifizierung von Produkten, Personen, Dienstleistern und Unternehmen vorgibt. Hinzu kommt die aktive Unterstützung der Gasversorgungsunternehmen durch sicherheitstechnische Maßnahmen wie die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Leitungsbetreiber zur Schadensminimierung im Bau (BALSIbau) sowie das Bundesweite Informationssystem zur Leitungsrecherche (BIL).

Sicherheit durch das DVGW-Regelwerk – von der Quelle bis zum Haus

Nur speziell qualifiziertes Personal darf Arbeiten an Gasleitungen durchführen.
Nur speziell qualifiziertes Personal darf Arbeiten an Gasleitungen durchführen. © ONTRAS

Einwandfreie Materialien und qualifiziertes Personal sind unerlässlich für die Sicherheit der deutschen Gasversorgung. Der DVGW hat mit strengen und umfassenden Vorgaben maßgeblich dazu beigetragen, dass der deutsche Sicherheitsstandard im internationalen Vergleich höchstes Niveau erreicht hat. Alle Tätigkeiten dürfen nur von Unternehmen sowie Personen durchgeführt werden, die eine fachliche Qualifikation besitzen und ein vorgeschriebenes Nachweisverfahren durchlaufen haben.

Um die Anforderungen in punkto Qualität und Fachkompetenz nachweisen zu können, ist die Zertifizierung auf Basis des DVGW-Regelwerks für Bauunternehmen, Hersteller und Handwerker absoluter Standard. Seit über 70 Jahren unterhält der DVGW ein Prüf- und Zertifizierwesen, das branchenspezifisch auf das Gas- und Wasserfach zugeschnitten ist. Neutralität, Qualität und Zuverlässigkeit haben hierbei oberste Priorität.

Installateur überprüft Gasanlage nach den TRGI
Die Technische Regel für Gasinstallationen des DVGW sorgt für Sicherheit im Haushalt © DVGW

Erdgas ist mit einem Anteil von ca. 48 % der mit weitem Abstand beliebteste Energieträger im Wärmemarkt und sorgt in nahezu jeder zweiten Wohnung in Deutschland für Wärme. Mit der Technischen Regel für Gasinstallationen (TRGI) legt der DVGW Sicherheitsstandards für die Installation der Gasleitungsanlagen und -geräte in Gebäuden fest. So wird gewährleistet, dass Erdgas jederzeit sicher genutzt werden kann. Die TRGI bildet die Grundlage für ein rechtssicheres sowie technisch korrektes Arbeiten und deckt sämtliche Bereiche der häuslichen Gasinstallation ab – vom Bau über den Betrieb bis hin zur Wartung und Instandhaltung. Sie ist somit Pflichtlektüre für Installateure, Mitarbeiter von Netzbetreibern sowie für Schornsteinfeger, Planer und Behörden. Die TRGI gibt den anerkannten Stand der Technik wieder.

Rund 30.000 Personen aus der Gas- und Wasserwirtschaft nehmen jährlich an Veranstaltungen des DVGW teil.
Die Berufliche Bildung des DVGW vermittelt Wissen für die Praxis. © kato/Fotolia.com

Der DVGW bietet ein umfangreiches Weiterbildungsangebot für die Energie- und Wasserwirtschaft an, das einen hohen Ausbildungs- und Qualifikationsstandard sichert. Jährlich nehmen rund 30.000 Personen aus der Branche an über 2.400 Seminaren der Beruflichen Bildung teil. Insbesondere für die technische Sicherheit der Gasinfrastruktur sind Zusatzqualifikationen wie z.B. für Gasspürer unerlässlich und fester Bestandteil des DVGW-Regelwerks. So wird stets gewährleistet, dass ausschließlich fachlich qualifiziertes Personal zum Einsatz kommt, was von entscheidender Bedeutung für die technische Sicherheit ist und eine effektive Präventionsmaßnahme gegen Schäden und Unfälle darstellt.

Mit einem speziellen Schulungsangebot, das aus der Initiative BALSIbau entstanden ist, wird insbesondere Baggerschäden bei Tiefbauarbeiten entgegengewirkt.

 

 

Zwei Gasspürer mit Gasspürgerät in der Innenstadt
Speziell ausgebildete Gasspürer überprüfen regelmäßig alle Gasleitungen auf Dichtheit. © TEAG Thüringer Energie AG

Auch nach dem Bau unterliegt das Leitungsnetz im Betrieb einer permanenten Kontrolle. Rund um die Uhr überwachen Leitstellen der Netzbetreiber die Leitungen und können so jederzeit Mitarbeiter vor Ort alarmieren, die sich in Rufbereitschaft befinden. Das DVGW-Regelwerk schreibt zusätzlich regelmäßige Inspektions- und Wartungsmaßnahmen vor, die ein wesentlicher Bestandteil des Sicherheitskonzeptes sind: ob mit Spezial-Helikoptern aus der Luft, hochsensiblen Spürgeräten auf dem Boden oder sogenannten Molchen, die mit High-Tech-Sensoren durch die Leitungen fahren. So lassen sich frühzeitig selbst kleinste Schäden an den Leitungen ausfindig machen und beseitigen.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Leitungssicherheit ist der Korrosionsschutz, mit dem Materialschäden vorgebeugt werden.

Gashochdruckleitungen müssen mindestens einen Meter tief im Erdreich liegen
Gashochdruckleitungen müssen mindestens einen Meter tief im Erdreich liegen © GASCADE

Auf dem gesamten Weg des Erdgases von der Quelle bis zum Verbraucher greifen die Schutzmaßnahmen des DVGW-Regelwerks, das mit rund 340 Gasregelwerken detaillierte Vorgaben für alle Bestandteile der Gasinfrastruktur macht. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem rund 40.000 km langen Fernleitungsnetz, das enorme Energiemengen unter Hochdruck über weite Strecken in die Versorgungsgebiete transportiert, und dem daran angeschlossenen ca. 500.000 km langen Verteilnetz.

Um Mensch und Umwelt vor möglichen Gefährdungen zu schützen und eine maximale Sicherheit des Gasnetzes gewährleisten zu können, müssen die hohen Anforderungen des DVGW-Regelwerks über die gesamte Prozesskette von der Planung, dem Bau und Betrieb sowie der Instandhaltung verbindlich berücksichtigt werden.

Sicherheit ist unser Auftrag – die Regelsetzung des DVGW
Infografik Gesetzliche Grundlagen und Technische Regelwerke in der Gasversorgung
Das DVGW-Regelwerk füllt den rechtlichen Rahmen mit konkreten Sicherheitsvorgaben © DVGW

Als technisch-wissenschaftlicher Verein ist der DVGW für die Regelsetzung in der öffentlichen Gasversorgung zuständig und trägt somit die hohe Verantwortung für die technische Sicherheit in diesem Bereich. Der Staat bestimmt in Form des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sowie von Verordnungen (z. B. Gashochdruckleitungsverordnung GasHDrLtgV, Niederdruckanschlussverordnung NDAV, Musterbauordnung MBO) den gesetzlichen Rahmen, verzichtet hierbei jedoch auf eine detaillierte Festlegung der Sicherheitsbestimmungen. Vielmehr verweist er explizit auf die Beachtung sowie Einhaltung des DVGW-Regelwerks (§ 49 Abs. 2 EnWG) und beschränkt sich auf eine zurückhaltende Aufsicht. Durch diese Verankerung erhält das DVGW-Regelwerk den Status eines Instruments mit Gesetzescharakter, was einerseits den Unternehmen Rechtssicherheit bietet, andererseits den Staat mit einer fachlich unabhängigen Autorität unterstützt.

Die Netzbetreiber bzw. Gasversorgungsunternehmen sind verpflichtet, ihre Anlagen so zu errichten und zu betreiben, dass die technische Sicherheit gewährleistet ist. Dabei müssen sie die technischen Regeln des DVGW beachten.

Technische Regeln sorgen für höchstes Niveau

Mit seiner mehr als 150-jährigen Erfahrung bündelt der DVGW als unabhängige Instanz die interdisziplinäre Fachkenntnis von Experten aus Ministerien, Behörden, Unternehmen und Wissenschaft. Die technischen Regeln werden von verschiedenen Gremien in einem transparenten Prozess und laufend unter Berücksichtigung neuster Erkenntnisse aktualisiert. So kann stets der aktuelle Stand der Technik abgebildet und ein Höchstmaß an Sicherheit in der Gasversorgung gewährleistet werden.

Dieses System der technischen Selbstverwaltung hat sich seit Jahrzehnten bestens bewährt und eine äußerst sichere sowie zuverlässige Gasinfrastruktur geschaffen, die im internationalen Vergleich höchstes Niveau besitzt. Von der Leitungstechnik über die Anlagentechnik bis zur Haustechnik – das DVGW-Regelwerk deckt alle Bereiche der Gasversorgung ab und sorgt mit seinen strengen sowie umfassenden Anforderungen für ein Höchstmaß an Sicherheit für Mensch und Umwelt.

Mit dem DVGW-Regelwerk, der DVGW-Zertifizierung von Personen, Unternehmen und Produkten sowie mit den einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen verfügt das Gasfach über ein Maßnahmenpaket, dessen konsequente Anwendung die technische Sicherheit in Deutschland gewährleistet.

Fragen und Antworten zur Sicherheit von Erdgas
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sicherheit von Erdgas finden Sie in unserem FAQ:

Sollte einmal Erdgas durch eine undichte Stelle austreten, ist dies ungefährlich, da es leichter als Luft und sich schnell verflüchtigt. Auch beim Einatmen besteht keine Gefahr, da Erdgas völlig ungiftig ist. Erst wenn sich eine größere Menge Erdgas in einem geschlossenen Raum anreichert oder aus einer Leitung austritt und ein bestimmtes Mischungsverhältnis mit Luft (Sauerstoff) erreicht ist, entsteht eine sogenannte explosionsfähige Atmosphäre. Der kritische Bereich liegt dann vor, wenn Erdgas mit einem Anteil von rund 4 bis 16 Prozent in der Umgebungsluft vermischt ist. Nur in diesem Bereich ist es zündfähig.

Unfälle mit Erdgas sind fast so selten wie tödliche Blitzeinschläge, so dass das Statistische Bundesamt sie seit einigen Jahren wegen Geringfügigkeit nicht mehr erfasst. Als Bestandteil seines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts führt der DVGW jedoch seit 1981 eine Schadens- und Unfallstatistik Gas, in der die Ereignisse und Unfälle mit Erdgas in Deutschland erfasst werden. Mit der Einführung des DVGW-Arbeitsblattes G 410 "Bestands- und Ereignisdatenerfassung Gas" im Jahr 2012 ist die Beteiligung von Betreibern gastechnischer Betreiber an der Statistik auch im DVGW-Regelwerk verbindlich festgelegt.

Die Betreiber sind dazu verpflichtet, alle Ereignisse, bei denen ungewollt Gas freigesetzt wurde, im Rahmen einer jährlichen Datenermittlung gesammelt abzugeben. Zusätzlich müssen sogenannte sofortmeldepflichtige Ereignissen, die mit Personenschaden, Verpuffung, Explosion, Brand oder Trümmerflug verbunden sind, umgehend dem Bundeswirtschaftsministerium, der jeweiligen Energieaufsicht, der DVGW-Hauptgeschäftsstelle sowie der jeweiligen DVGW-Landesgruppe gemeldet werden.

Wie hoch das Sicherheitsniveau der deutschen Gasversorgung ist, zeigt eindrucksvoll die fallende Tendenz der absoluten Gesamtunfallzahlen, die sich momentan auf einem historisch niedrigem Level bewegt. Seit 1981 hat sich die Anzahl der Unfälle an Leitungen um 90 % verringert, obwohl sich die Netzlänge im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt hat. Auch die Unfälle mit häuslichen Gasinstallationen sind kontinuierlich zurückgegangen. So traten in den letzten 15 Jahren nur zwischen ein bis zwei Unfälle pro eine Million erdgasbeheizte Wohnungen je Jahr auf.

Hausinstallation

Unfälle oder Störungen an Gasinstallationen sind statistisch gesehen äußerst selten. Bei den wenigen Unglücken bzw. sofortmeldepflichtigen Ereignissen mit häuslichen Gasinstallationen im Zeitraum 2000 bis 2017, die mit Personenschaden, Explosion oder Brand verbunden waren, sind 56 Prozent der Fälle auf kundenverursachte Mängel zurückzuführen, z.B. Vorsatz, Leichtsinn, unsachgemäße Eingriffe oder unterlassene Wartung. Um der bewussten Manipulation der Gasanlage entgegenzuwirken, wurden zahlreiche sogenannte aktive und passive Maßnahmen im DVGW-Regelwerk festgeschrieben. Hierzu zählen etwa spezielle Bauteile, die eine Manipulation erschweren, indem sie den nicht bestimmungsgemäßen Gasaustritt selbstständig unterbrechen. Hinzu kommen passive Schutzmaßnahmen wie die Anordnung von Gasinstallationen in nicht allgemeinzugänglichen Räumen und die Verwendung von Sicherheitsverschlüssen.

Netzanschluss- und Gasverteilungsleitungen

Die häufigsten Ursachen für sofortmeldepflichtige Ereignisse an den Leitungen sind mechanische Fremdeinwirkungen durch Baumaschinen bei Arbeiten im Erdreich, thermische Fremdeinwirkungen durch Frost oder Hitze sowie unsachgemäßes Arbeiten. Besonders die Beschädigungen durch Baggerarbeiten sind ein Schwerpunkt der Unfallursachen und betreffen alle Leitungssparten wie z.B. Strom, Wasser sowie Telefon. Jährlich entstehen so Schäden im dreistelligen Millionenbereich. Der DVGW hat deshalb gemeinsam mit der Deutschen Telekom, dem VDE sowie dem AGFW die Arbeitsgemeinschaft BALSibau ins Leben gerufen, um mit Anleitungen und Schulungen dem weit verbreiteten Problem entgegenzuwirken und die Unfälle und Schäden bei Erd- und Tiefbauarbeiten in Leitungsnähe nachhaltig zu reduzieren bzw. zu vermeiden.

Gashochdruckleitungen/Gastransportleitungen

Für die mit hohem Druck betriebenen Leitungen der Fernleitungsnetzbetreiber gelten besonders strenge Sicherheitsvorschriften. Ereignisse, bei denen ungewollt Gas austritt, sind deshalb bei Gashochdruckleitungen äußerst selten. Statistische Auswertungen belegen, dass die Schadenshäufigkeit mit Zunahme des Leitungsdurchmessers deutlich abnimmt. Insbesondere die Beschädigungen durch Baggerarbeiten sind auf Grund der großen Wanddicke der Gashochdruckleitungen kaum möglich.

Statistische Auswertung belegt hohes Sicherheitsniveau

Die Grundlage für das Sicherheitskonzept des DVGW bildet die Schaden- und Unfallstatistik Gas, die der Verein seit 1981 führt und im DVGW-Arbeitsblatt G 410 festgelegt hat. Alle Gasnetzbetreiber müssen jegliche Ereignisse, bei denen ungewollt Gas freigesetzt wurde, melden und detaillierte Angaben machen. Anhand der Datenanalyse werden seitdem kontinuierlich Technik- und Verfahrensverbesserungen sowie weitere Schulungs- und Informationsmaßnahmen entwickelt, die in das DVGW-Regelwerk einfließen und somit Eingang in die Praxis finden.

Technische Regelsetzung auf Basis von Rechtsprechung und Wissenschaft

Bei der Regelsetzung werden neben den Ergebnissen aus der Schadenstatistik zusätzlich auch insbesondere wissenschaftliche Untersuchungen berücksichtigt, die gezielt durchgeführt werden, um die technische Sicherheit in der Gasversorgung noch weiter zu erhöhen. Die aus Forschungsprojekten gewonnenen Erkenntnisse bilden gemeinsam mit weiteren Quellen wie Entwicklungen in der Rechtsprechung, Publikationen, internationalen Regelwerken und Erfahrungen die entscheidenden Grundlagen für die Regelsetzung des DVGW.

Informationen des DVGW zur Technischen Sicherheit Gas

Forschungsprojekte (noch nicht abgeschlossen)

Bewertung von Geotextil als Schutzmaßnahme für Gasrohrleitungen (Phase 1) (G 201724)

Untersuchungen zur Gasgeräteanpassung im Zuge der Marktraumumstellung unter besonderer Berücksichtigung des Sonderfalls „Handwerklicher Umbau“ (G 201724)

Abschlussberichte

Fehlerfortpflanzung bei nacheinander geschalteten Netzen, Weiterentwicklung und metrologische Validierung von Messnetzen und Rekonstruktionssystemen für die Gasversorgung (MetroGas) (G 201418)

Entwicklung einer verstärkt zustandsorientierten Instandhaltungsvorgehensweise (Überwachung / Überprüfung) von Gasversorgungsnetzen mit einem Betriebsdruck kleiner 16 bar (G 201413)

Aufbau einer Geruchsmeldestatistik für alle in Deutschland verwendeten Odoriermittel (G 201001)

Bewertung des Sicherheitsniveaus bei der Odorierung von eingespeistem Biogas (G 201304)

Abquetschen und Rückrunden von Kunststoffrohren mit PE80-Anomalie; und: Abquetschen und Rückrunden von Kunststoffrohren – Untersuchung und Bewertung der Erweiterung der Anwendung auf Betriebsdrücke > 1 bar und neue Materialien (G 201607 und G 201414)

Bewertung der Integrität von im Betrieb befindlichen Gas- und Wasserleitungsnetzen aus PVC-U (GW 201408)

Feldversuch Wechselstromkorrosion – Validierung des Berechnungsmodells (G 201412)

Der DVGW bietet zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Sicherheit an.

Aktuelle Regelwerke zur Technischen Sicherheit Gas

DVGW-Regelwerke für die Sicherheit in der Anlagentechnik

DVGW-Regelwerke für die Sicherheit in der Leitungstechnik

Sicherheit
DVGW GaWaS: Die DVGW-Schadenstatistik Gas
  • Trends sicherheitstechnischer Kennzahlen
  • Entwicklung von Leitungs- und Anlagenbestand
  • alle Daten seit 1991 im Überblick
Zur Schaden- und Unfallstatistik
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