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DVGW-Zukunftsprogramm Wasser

Eine sichere Ressource für uns alle

Durch Intensivierung der Forschung, Facharbeit und Regelsetzung den Herausforderungen der Wasserwirtschaft begegnen

Die Auswirkungen des Klimawandels, zunehmende Schadstoffeinträge in die Ressourcen sowie notwendige Infrastrukturanpassungen stellen die Wasserversorger zunhemend vor größere Herausforderungen. Die Anstrengungen, auch zukünftig eine sichere Versorgung mit Trinkwasser für alle Menschen in Deutschland zu gewährleisten, nehmen aktuell deutlich zu. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern wird der DVGW in den kommenden drei Jahren nun eine Strategie für den zukünftigen Wasserkreislauf in Deutschland entwickeln.
Die Auswirkungen des Klimawandels, zunehmende Schadstoffeinträge in die Ressourcen sowie notwendige Infrastrukturanpassungen stellen die Wasserversorger zunhemend vor größere Herausforderungen. Die Anstrengungen, auch zukünftig eine sichere Versorgung mit Trinkwasser für alle Menschen in Deutschland zu gewährleisten, nehmen aktuell deutlich zu. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern wird der DVGW in den kommenden drei Jahren nun eine Strategie für den zukünftigen Wasserkreislauf in Deutschland entwickeln.
Probenahme von einem Boot aus auf einem Oberflächengewässer
Entnahme einer Gewässerprobe © Foto: DVGW, Roland Horn

Das DVGW-Zukunftsprogramm Wasser setzt ausgewählte Gestaltungsfelder aus dem 2020 abgeschlossenen Wasser-Impuls fort und greift drängende Schwerpunktthemen der zukünftigen Trinkwasserversorgung in Deutschland auf:

•    Extremereignisse und Klimawandelanpassung
•    Asset Management und ergänzende Technologien
•    Sicherstellung der Wasserqualität

Mit dem DVGW-Zukunftsprogramm ist beabsichtigt Wissenslücken zu identifizieren und zu schließen, innovative Lösungen zu entwickeln und zu erproben und deren nachhaltige Nutzung durch die Wasserversorger zu unterstützen. Fachliche Ergebnisse werden im Rahmen von Studien und Gutachten, Forschungsvorhaben, Technologieentwicklung und -erprobungen erarbeitet, und fließen in die Regelwerkerstellung und in die Entwicklung von neuen DVGW-Services ein.

Das DVGW-Zukunftsprogramm Wasser ist auf Zusammenarbeit und Austausch ausgerichtet und sieht vor, eine Vielzahl von Kompetenzträgern in die Erarbeitung zu integrieren. Der Transfer der Lösungen in die Praxis und die Kommunikation der Ergebnisse in Richtung der Entscheidungsträger in Unternehmen und in der Politik sind wesentlicher Bestandteil des Vorhabens.

Statement des DVGW-Vorstands Wasser, Dr. Wolf Merkel zum Start des Zukunftsprogramms Wasser
https://www.youtube.com/watch?v=F4MO_sdq_Rc
Roadmap 2030

Entwicklung einer Strategie für die Herausforderungen der Zukunft

Dynamische Veränderungen durch Klima-, Bevölkerungs- und Strukturwandel stellen die Wasserversorgung in Deutschland vor einen komplexen Anpassungsprozess. Da wasserwirtschaftliche Infrastrukturen häufig Lebensdauern von Jahrzehnten (Rohrnetz) und deutlich darüber hinaus (Gewinnungsgebiete, Talsperren) aufweisen, muss eine verantwortungsvolle Zukunftsorientierung mehrere Jahrzehnte überspannen. Mit einer Roadmap „Wasserversorgung 2030“ wird der DVGW eine strategische Handlungsagenda entwickeln, um die zukünftigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technologischen sowie klima-/umweltbezogenen Rahmenbedingungen und Entwicklung zu skizzieren. Sie soll einerseits orientierende Leitlinien über mögliche Entwicklungen in der Wasserwirtschaft geben, anderserseits den entscheidenden Akteure und Stakeholdern Lösungen und Empfehlungen liefern.

In einem ersten Schritt wird hierfür zunächst ein ideales Zukuftsbild ("Vision 2100") für die wasserwirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland entworfen, das als allgemeines Ziel dient. Daran anknüpfend werden dann Alternativszenarien für das Jahr 2050 entwickelt, die mehr oder weniger vorteilhafte Entwicklungen (optimistisch, realistisch, worst case) auf dem Weg zum Idealzustand prognostizieren. Mit Hilfe dieser "Etappenziele" wird ersichtlich, inwieweit sich anstehende Weichenstellungen und Entscheidungen der Gegenwart auf künftige Entwicklungen auswirken. Hierdurch ergeben sich wichtige Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten in der laufenden bzw. konkret anstehenden Fachthemen-Arbeit, Zusammenarbeit und Kommunikation im Zeitraum bis zum Jahr 2030.

Fachthemen-Arbeit

Zentrale Themen der Wasserversorgung in den Fokus rücken

Zentrales Element des DVGW-Zukunftsprogramms Wasser ist die Fachthemen-Arbeit, die die drei Schwerpunktthemen „Extremereignisse und Klimawandelanpassung“, „Asset Management und ergänzende Technologien“ und „Sicherstellung der Wasserqualität“ in parallellaufenden Teilprojekten mit individuellem Arbeitsprogramm behandelt. Im Rahmen der Fachthemen-Arbeit sollen aktuelle Herausforderungen für die Wasserversorgung in Deutschland in einem Zeithorizont bis 2030 untersucht und Lösungskonzepte vorrangig auf methodischer Ebene erarbeitet werden.

Diese Schwerpunkte stehen im Fokus:

Der Einfluss der klimatischen Veränderungen auf die Intensität und Frequenz der auftretenden Extremereignisse nimmt rasant zu. Die Auswirkungen auf die Wasserversorgung sind vielfältig und erfordern die Entwicklung und Anwendung von gezielten Klimawandelanpassungsmaßnahmen. Das Hauptziel ist die dauerhafte Sicherstellung der Wasserversorgung durch die Bereitstellung von handlungsrelevanten Daten und Erhebungssystematiken, die (Weiter-) Entwicklung von Managementkonzepten und -werkzeugen sowie die Sicherung ausreichender Rohwasserressourcen.

Hierzu sind folgende Kernergebnisse notwendig und geplant:

  • Dynamiken und Abläufe des Klimawandels sowie die Einflüsse auf die Wasserversorgung besser verstehen und prognostizieren,
  • Dargebots- und Bedarfsprognosen erstellen (regional/überregional),
  • Modelle für Wasserversorgungskonzepte erstellen (regional/überregional).

Der Funktions- und Werterhalt, und die Anpassung der Trinkwasserinfrastruktur ist eine große Herausforderung für die nächsten Jahre für die Wasserversorgung. Ein integriertes Asset Management ist bei großen und kleinen Wasserversorgern gleichermaßen das Handlungsgerüst für die Bewältigung der komplexen Aufgabenstellungen. Daher kommen dem Asset Management und ergänzenden Technologien (u.a. Digitalisierung) durch die veränderten Rahmenbedingungen bzw. Nutzungsszenarien und deren Einfluss auf die zukünftige Wasserinfrastruktur eine bedeutende Rolle zu. Die Wasserversorgung benötigt Werkzeuge für den substanzorientierten Werterhalt der vorhandenen Infrastruktur. Die Anpassung der bestehenden Versorgungssysteme an veränderte Dargebote und Bedarfsmengen sowie höhere Resilienzanforderungen zukunftssicherer Infrastruktur erfordern Analysen, Innovationen und Praxiserprobungen neuer Technologien, Diagnosewerkzeuge und datengetriebener Systemlösungen.

Folgende Kernergebnisse sind geplant:

  • Digitale Lösungspotenziale in der Wasserwirtschaft erkennen und (weiter)entwickeln,
  • Innovative Inspektions-, Diagnose- und Sanierungstechnologien erkennen und (weiter)entwickeln,
  • Belastbare zerstörungsfreie Zustandsbewertungen der Netze und der sonst. Infrastruktur zur Bestimmung der technischen Restnutzungsdauer realisieren.

Als anerkannter Regelsetzer für die Wasserversorgung in Deutschland ist es die originäre Aufgabe des DVGW sicherzustellen, dass durch die Verwendung von Wasser für den menschlichen Gebrauch keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Dieser Anspruch muss auch in Zeiten eines sich immer deutlicher zeigenden Klimawandels mit einem schnell verändernden Nutzungsverhalten und zunehmender anthropogener Belastung von Wasserressourcen als oberste Prämisse gewahrt bleiben. Hinzu kommt, dass zukünftig die Diskussion über Belastungen und Grenzwerte etc. dann nicht mehr im µg/l-Bereich, sondern um einige Zehnerpotenzen darunter geführt werden wird. Gleichzeitig liefern neue Entwicklungen in der Aufbereitungstechnik, der Spurenanalytik und der Digitalisierung neue Möglichkeiten und Chancen.

Die Schwerpunkte der Arbeit liegen dabei

  • in der Früherkennung chemischer und mikrobiologischer Gefährdungen,
  • der Bewertung und Interpretation neuer Substanzen,
  • der Entwicklung eines angepassten Risikomanagements für den Ressourcenschutz,
  • der Entwicklung neuer digitaler Werkzeuge.
Ansprechpartner
Berthold Niehues
Hauptgeschäftsstelle / Wasserversorgung

Telefon+49 228 91 88-851
Robert Ostwald
Hauptgeschäftsstelle, Standort Berlin / Ordnungspolitik, Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon+49 30 79 47 36-60