01. Februar 2026
Projektlaufzeit: 02.2026 - 07.2028
Projektstatus: laufend
Förderkennzeichen: W 202531
Projekt im Rahmen des DVGW-Zukunftsprogramms Wasser
Spätestens seit Beginn der Dürre 2018 hat sich gezeigt, dass die Wasserressourcen in Deutschland mindestens regional und saisonal den Einflüssen des Klimawandels und Nutzungskonkurrenzen ausgesetzt sind. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird im Einklang mit der Nationalen Wasserstrategie und der DVGW Roadmap 2030 vorgeschlagen, die in künftigen Winterhalbjahren erwarteten höheren Niederschläge und Wasserverfügbarkeiten gezielt zu speichern und für die trockeneren und heißeren Sommer nutzbar zu machen.
Das Forschungsprojekt SOLVE-Trink untersucht deshalb die Potenziale des Wasserrückhalts in den Wassergewinnungsgebieten von Wasserversorgungsunternehmen (WVUs) im Einzugsgebiet der Elbe. Als Teil des übergeordneten Forschungsprojekts SOLVE der Helmholtz-Institute Zentrum für Umweltforschung (Beginn: Januar 2026), quantifiziert und bewertet der bottom-up Ansatz von SOLVE-Trink solche Maßnahmen, die die Grundwasserneubildung, verzögerte Abflussbildung sowie den Bodenwasserhaushalt nachhaltig stärken.
Da der großskalige Ansatz der übergeordneten SOLVE-Studie Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushalts nur auf einer ersten Ebene top-down untersuchen kann, liefert SOLVE-Trink die spezifischen Randbedingungen von einzelnen Einzugsgebieten, die für Wasserversorger und ihre lokalen Bedingungen entscheidend sind. Vor allem die lokale Flächennutzung, die heimische Vegetation und die wasserrechtlichen Rahmenbedingungen werden hier berücksichtigt. SOLVE-Trink wurde auf Basis der Ergebnisse vorheriger DVGW-Forschungsvorhaben, wie wie ResilJetzt!, (W 202305), Wasserdargebot (W 202122) und GW-Impact (W 202306) geplant.
Im Projekt SOLVE-Trink werden in zwei Untersuchungsgebieten von Wasserversorgungsunternehmen in verschiedenen Teileinzugsgebieten der Elbe der Status Quo der für die Ressourcenbewirtschaftung wichtigen hydrologischen Bilanzglieder Grundwasserneubildung, Abfluss, Verdunstung und Bodenwassergehalt erfasst und mit den bestehenden Bewirtschaftungsmethoden, Landnutzung und Klima-Indikatoren in Verbindung gesetzt.
In einem zweiten Schritt werden Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz gesammelt und im Modell implementiert, die zur Verbesserung des Wasserhaushalts geeignet sind. Für einen Wasserversorger ist jedoch nicht direkt ersichtlich und bewertbar, welche Maßnahmen tatsächlich vor Ort einen Erfolg zeigen könnte. Daher müssen diese einzeln im Modell getestet werden. Zu den potentiell interessanten Maßnahmen gehören u.a.
Grabenbewirtschaftung
Drainagensteuerung
Muldenbewirtschaftung
Waldumbau
Retention
Rückbau Fließbegradigungen
Klimaangepasster Pflanzenbau
Bodenverbesserungsmaßnahmen und
Grundwasseranreicherung.
Für diesen Ansatz werden sowohl die aktuellen klimatischen Verhältnisse als auch die prognostizierten klimatischen Veränderungen berücksichtigt. Die Ergebnisse der Wasserhaushaltsimulationen werden dann in bestehende Grundwassermodelle der Wassergewinnungsgebiete integriert. Dadurch können die Auswirkungen von Maßnahmen, die an der Oberfläche realisiert werden, auch im Grundwasserleiter quantifiziert werden.
Im letzten Schritt werden alle potenziellen Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz der Rohwasserressourcen hinsichtlich Ihrer Effektivität und Anwendbarkeit für WVUs bewertet. Dies ermöglicht den Transfer der Maßnahmen in Gewinnungsgebiete anderer WVUs.
Am Projekt sind folgende Partner beteiligt: